Doch der inverse Albtraum quält den rechtsextremen Verleger Götz Kubitschek und seine Frau, die rechtsextreme Publizistin Ellen Kositza, nicht die Spur: dass eins der sieben Kinder bei der Antifa landen könnte. »Nicht vorstellbar«, sagt Kubitschek und sitzt, wie den ganzen Film über, seelenruhig hinter seinem Kaffeepott: Das Wertgefüge der Familie sei schlicht zu fest, ja uneinnehmbar. Man wird finden dürfen, dass das nicht eben eine gute Nachricht ist, und sich an Tucholskys Panoptikum nationaler Bürgerlichkeit erinnern. »Kleine Germanen« versammelt Menschen, die alle rechts sind oder wenigstens waren und von einer sicheren, vatergeprägten Kindheit erzählen, sogar schwärmen. Während die Mutter habe arbeiten müssen, erzählt ein Aussteiger, sei der Vater »immer da« gewesen und habe »keine Widerrede« geduldet.
Source: Neues Deutschland May 08, 2019 16:07 UTC