Keine vier Stunden tagte der Vorstand der Volkspartei, bis klar war, dass der Außenminister nicht nur der nächste Parteivorsitzende ist. Für die Aufstellung der verschiedenen Listen für Bundeswahlen erhält Kurz ein „Durchgriffsrecht“, sei es, dass er sie alleinverantwortlich erstellt, sei es, dass er in den Landeslisten ein Vetorecht erhält. Wer von den Listen ins Parlament kommt, soll jedoch in einem stärkeren Maß als bisher von den Wählern abhängen, die in Österreich auf Personen sogenannte Vorzugsstimmen vergeben können. Freie Hand erhält Kurz für die Besetzung von Parteiämtern, für Koalitionsverhandlungen und für die allfällige Benennung von ÖVP-Ministern. Kurz verweist darauf, dass er schon ein paar Mal Richtungen eingeschlagen habe, für die er anfangs kritisiert wurde, in die ihm später aber die vormaligen Kritiker folgten.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung May 16, 2017 11:37 UTC