Und Stalin war ein impulsiver, paranoider Landesvater, selbst hochrangige Mitarbeiter kamen bei seinen Stimmungschwankungen nicht immer hinterher. Stalins „Säuberunsgwelle“ verschonte auch Ärzte nichtDie Frage wird von den Anwesenden ignoriert, der Alkoholpegel entschuldigt den kurzen Aussetzer. Der Mann, der sich in „The Death of Stalin“ so unbedarft nach dem Verbleiben eines alten Weggefährten erkundigt, ist Stalins rechte Hand Georgi Malenkow, ein wachsweicher Bürokrat, der sich madig an der Macht des Parteichefs labte. Tambor ist seither von den Listen der Hollywood-Agenten verschwunden, so wie Stalins Opfer aus den historischen Fotografien. Iannuccis Film gilt in Russland als gezielte ProvokationNatürlich ist es opportun, sich im aktuellen weltpolitischen Klima Stalin – nicht per se ein Komödienthema – vorzunehmen.
Source: Der Tagesspiegel March 27, 2018 17:25 UTC