Ungewöhnlich für die Alternativkulturszene des RAW: Die Gala ist ein richtiger Ball mit Abendgarderobe. Deshalb kamen Kristine Schütt und Frauke Hehl vor knapp 20 Jahre auf das Gelände, zogen in das „Beamtenwohnhaus“ und das Verwaltungsgebäude, nahmen das „Stoff- und Gerätelager“ in Besitz. Sie bekamen reguläre Mietverträge vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, die mit der Bahn als Eigentümer einen dreijährigen Nutzungsvertrag abgeschlossen hatte. Die 130 Jahre, als das RAW nichts anderes war als ein großes Bahnwerk, blenden die Künstler bei ihrem Jubiläum weitgehend aus. 1967 erhielt das RAW den Beinamen Franz Stenzer, ein kommunistischer Reichstagsbgeordneter und Eisenbahner, der 1933 im KZ Dachau ermordet wurde.
Source: Der Tagesspiegel September 30, 2017 12:51 UTC