Das ist auf historisch gewachsene Neonazi-Strukturen zurückzuführen, die es der AfD in Ostdeutschland leichter machen, erfolgreich in den vorpolitischen Raum hineinstoßen und sich darüber eine stärkere Verankerung zu schaffen. Die Menschen in Ostdeutschland erlebten in den Wendejahren einen Strukturbruch, der sich mit schwindelerregender Geschwindigkeit vollzog und mit einer neuen Erfahrung sozialer Unsicherheit einherging. [2] Dieses Gefühl spiegelte sich bereits in den Ergebnissen zur Bundestagswahl 2017 wider, wo die AfD mit 27 Prozent stärkste Kraft in Sachsen wurde und drei Direktmandate holte. Gewachsene NeonazistrukturenDoch der Blick auf die in Ostdeutschland besonders stark ausgeprägten sozialen Verwerfungen sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stärke der AfD in Ostdeutschland auch Ergebnis einer seit über drei Jahrzehnten gewachsenen Neonazi-Struktur ist. [11]Metamorphose der AfDDer große Resonanzraum der AfD in Ostdeutschland hat die Machtkämpfe innerhalb der Partei befördert und sichtbar nach rechts positioniert.
Source: Der Tagesspiegel September 20, 2023 10:26 UTC