Guts Marketing- und Verkaufsorganisation in der Pariser Konzernzentrale, kurz SMO, war ein Staat im Staat, den man lieber in Ruhe ließ. So trennte sich der EADS-Konzern (der Vorgänger der Airbus Group) im Jahr 2007 von Gut – offenbar vor allem auf Druck des heutigen Airbus-Vorstandsvorsitzenden Tom Enders, dem das Treiben von Gut aufgestoßen war. Der Franzose war einer der „Lagardère-Boys“, die im französischen Matra-Konzern groß geworden waren und nach dessen Fusion mit Aérospatiale und der deutschen Dasa-Gruppe rasch die Karriereleiter hochkletterten. Der Konzern hatte häufig behauptet, mit dem Abgang von Gut einen Schlussstrich unter die unsauberen Praktiken gezogen zu haben. Eigentlich hatte er die Aufgabe, in der umstrittenen SMO-Abteilung so richtig aufzuräumen, doch wurde er dem Auftrag offenbar nicht gerecht.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 19, 2017 18:22 UTC