Und die Schulleitung reagiert offenbar halbherzig, hilflos, in falscher Weise tolerant. Es ist ein Grundrecht, nicht beschimpft und bedroht zu werden, weil man einer Religion angehört; es ist ein Grundecht, nicht von den religiösen Vorstellungen anderer bedrängt zu werden. Die Kinder auf dem Schulhof sagen ja, was die Eltern denken und sagen; Eltern, die häufig aus dem Nahen Osten kommen, wo Antisemitismus Staatsräson ist und auch Vorurteile gegenüber Christen wachsen. Fragt man Sozialarbeiter, Schulpsychologen und Mitarbeiter von Initiativen gegen Antisemitismus in Berlin, ist die Antwort differenzierter: Solche Übergriffe gibt es - nicht erst seit der Flüchtlingskrise 2015. Und sie kann den vielen Lehrern, Sozialarbeitern, Psychologen und Initiativen helfen, die für Toleranz an den Schulen arbeiten.
Source: Suddeutsche Zeitung March 27, 2018 16:52 UTC