Im Lande von Truffaut, Rohmer und Chabrol hält man das Begehren noch in Ehren: Arte zeigt Clément Michels leicht tapsige, wunderbar französische Dreieckssymphonie „Ich liebe euch!“. Et bien sûr, welche Frau fiele in der Notaufnahme nicht in Ohnmacht angesichts der Behandlung von François Vincentelli, der hier einen adretten Arzt namens Hector mimt? Und doch muss der Schwindel irgendwann auffliegen, zumal sich die oft vertrösteten Partner allmählich selbst die Schuld an Hectors Unausgeglichenheit geben. Der schließlich erfolgende Bruch wirkt nachvollziehbarer als etwa die Handlung von Tom Tykwers nicht unähnlichem, aber angestrengt programmatischem Film „Drei“. Eine reizende Liebeskomödie mit utopischem Finale, die nur minimal von immer noch dominanten Beziehungsvorstellungen abweicht, scheint dagegen die Jugend zu bedrohen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung March 22, 2018 19:07 UTC