Wie immer geht es den Anlegern nicht nur um die Beschlüsse, die nach der Ratssitzung um 13.45 Uhr veröffentlicht werden, sondern auch um die anschließende Pressekonferenz des EZB-Präsidenten Mario Draghi. Wenn der Italiener um 14.30 Uhr in Frankfurt vor die Presse tritt, achten die Märkte einmal mehr auf jede seiner Aussage. Mit dem massenweisen Aufkauf von Staatsanleihen – so der Plan der Währungshüter – sinkt die Rendite und damit die Attraktivität dieser Papiere für Geschäftsbanken. Der Druck auf die Zentralbanker ist deswegen so hoch, weil das Preisniveau im Euro-Raum trotz der Geldflut immer noch meilenweit entfernt ist von den gewünschten knapp zwei Prozent. Die EZB hatte das Kaufprogramm schon auf Schuldscheine für Unternehmen ausgeweitet, weil ihr die Staatsanleihen, die den Qualitätsansprüchen genügen, ausgehen.
Source: Handelsblatt September 08, 2016 07:35 UTC