Der halbe Kammermusiksaal der Philharmonie erhebt sich, als Dirigent Nicolas Fink den Auftakt zum „Fest der Chorkulturen“ gibt – doch eben nur der halbe. Dass es schön schwierige Entscheidungen für die Jury werden dürften, verspricht das Auftaktkonzert: Obwohl der gastgebende Rundfunkchor zu Anfang mit einer saftig-körperreichen A-cappella-Version des Adagiettos aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie die Latte hoch legt, kann jeder der sechs folgenden ambitionierten Amateurchöre aus Georgien, Russland, China, Deutschland, Norwegen und der Türkei die Spannung auf seine Weise halten und fortführen. Nur eines wünscht man sich sowohl hier wie beim intensiv erzählerischen Vortrag des norwegischen Frauenchors Concentus: Textblätter. Denn wer erfahren hat, dass er gut harmoniert, braucht am Ende selbst das Wort nicht zu fürchten.
Source: Der Tagesspiegel February 03, 2017 08:54 UTC