Eigentlich war zum 75-jährigen Jubiläum der Bregenzer Festspiele eine Neuproduktion von Puccinis „Madame Butterfly“ in der Regie des Züricher Intendanten Andreas Homoki geplant, die nun aber wegen der Coronapause im letzten Sommer auf 2022 verschoben wurde. Dirigentin Julia Jones entwickelt mit den Wiener Symphonikern im Laufe des Abends eine gut ausbalancierte, immer plastischer werdende Lesart. Arrigo Boitos Oper „Nerone“, mit der die Bregenzer Festspiele tags zuvor im voll besetzten Festspielhaus (ohne Maskenpflicht) eröffnet wurden, lebt von ihren Kontrasten zwischen Individuum und Masse, zwischen Askese und Rausch, zwischen verklärtem Christentum und hemmungsloser Dämonie. Dirigent Dirk Kaftan spitzt mit den Wiener Symphonikern die Konflikte zu. Infos unter bregenzerfestspiele.com]Mehr zum Thema Bregenzer Festspiele „Rigoletto“ als RiesenclownRichtig schlau wird man aus dieser Frauenfigur genauso wenig, wie aus der sich – ähnlich Wagners Kundry – zwischen den Welten bewegenden Asteria, der Svetlana Aksenova Intensität und Strahlkraft schenkt.
Source: Der Tagesspiegel July 23, 2021 16:41 UTC