Deswegen will sich die CDU gar nicht erst mit der Formulierung eines Wahlprogramms aufhalten, sondern gleich ein Regierungsprogramm schreiben. Aus dieser Perspektive mutet es nur folgerichtig an, dass der Autor der politischen Vorschläge, mit denen die CDU die Bundestagswahl für sich entscheiden will, nicht ein simpler Parteigeneral sein kann, sondern ein versiertes Regierungsmitglied sein muss. Folgen:Doch jenseits dieser politischen Anmutung, die die CDU gerne erzeugen möchte, lassen sich manche Motive dafür finden, Kanzleramtsminister Peter Altmaier zum Chef jenes Autorenteams zu machen, das jetzt die CDU programmatisch für die Wahl schönmachen soll. Es ist auch so, dass der CDU-Generalsekretär Peter Tauber in seiner bisherigen Amtszeit lieber durch organisatorische Neuerungen als durch Programmvorschläge aufgefallen ist, von seinem Vorstoß für ein Einwanderungsgesetz einmal abgesehen. Doch da Scheuer in seiner eigenen Partei nur begrenzt Prokura hat, ist der Wunsch der CDU-Führung verständlich, in den latenten Programmstreitigkeiten eine übergeordnete Instanz zu schaffen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung April 10, 2017 20:15 UTC