Nur verstößt dieses Prozedere gegen das puristische Prinzip von Magnum, das Manipulationen des Ursprungsfotos, etwa durch Beschnitt, ablehnt. Und noch mehr gegen das Selbstverständnis des Magnum-Mitgründers Henri Cartier-Bresson, der nicht einmal sich selbst das Recht zusprach, am einmal aufgenommenen Motiv etwas zu ändern. Seine Bilder entstanden in der Kamera, und so wie sie aufs Negativ gebannt wurden, mussten sie dann auch abgezogen werden. So standen zwei eher mittelklassige Comicschaffende plötzlich auf einer Stufe mit einem Superstar der Fotografie. So wird der Comic „Cartier-Bresson, Deutschland 1945“ bizarrerweise interessant durch die abgedruckten Aufnahmen und den biographischen Begleittext.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung May 30, 2020 20:48 UTC