Es war eine großartige Idee, den Schriftsteller Daniel Kehlmann ins Silicon Valley zu schicken, damit er dort gemeinsam mit einer künstlichen Intelligenz eine Kurzgeschichte schreibt. Immerhin - Kehlmann hat einen Geist, der literarisches und wissenschaftliches Denken vereinen kann, wie in seinen Romanen "Die Vermessung der Welt" und "Mahlers Zeit". Denn bei einer Begegnung zwischen einem Literaten und einer Maschine, die Texte verfassen kann, geht es nicht um Technik, sondern um Sprache, Menschen, Philosophie. Weswegen Daniel Kehlmann die Geschichte am Dienstag im Rahmen der ersten Stuttgarter Zukunftsrede erzählte. Das ist eine neue Institution, bei der eine Geistesgröße alle zwei Jahre darüber nachdenken soll, wie es weitergeht mit den Menschen und der Welt.
Source: Suddeutsche Zeitung February 10, 2021 17:37 UTC