Es ist erst zwei Jahre her, als Daniela Krien mit ihrem Roman „Die Liebe im Ernstfall“ einen großen Erfolg bei Publikum und Kritik feierte. Die Beziehungsbiografien fünf unterschiedlicher Frauen verwob Krien zu einem Portrait der ostdeutschen Gesellschaft, das mittlerweile sogar verfilmt wird. Denn Viktor, Ruths Mann, hat einen Schlaganfall erlitten, muss in die Rehaklinik und benötigt ihre Pflegehilfe. Unoriginelle BilderSchon in Kriens Vorgängerroman wurden gesellschaftliche Konflikte in eindimensional und unoriginellen Bildern auf die Figurenerzählung runtergebrochen. Doch auch dieser Erzählbogen, der sich zu einem Drama mit echten Konfliktlinien hätte entwickeln können, verläppert in einem biederen Realismus.
Source: Der Tagesspiegel July 30, 2021 16:07 UTC