Müller hat verstanden, dass das 56-Prozent-Ergebnis auch ein Plebiszit gegen das Verhalten der Politik am Desaster-Flughafen BER darstellt. Anders als beim Trommeln für einen Volksentscheid können die Befürworter und die Gegner der Tegel-Offenhaltung vernünftig miteinander reden. Sie können verfolgen, ob die Politik nun die Schritte geht, die Müller angekündigt hat, um den Weiterbetrieb in Tegel zu ermöglichen. Womöglich wollte ein Teil der Tegel-Freunde den Senat dafür bestrafen, dass er kein Eröffnungsdatum für den BER nennt. Wie auch immer, ein Schlichter kann denen, die nun ein 56-Prozent-Votum für den Weiterbetrieb von Tegel erstritten haben, sachlich vermitteln, was geht – und was nicht.
Source: Der Tagesspiegel September 29, 2017 17:15 UTC