Im August jährt sich der Tod des Komponisten Claude Debussy zum 100. Claude Debussys „Martyre de Saint Sébastien“ von 1911, auch im aktuellen Gedenkjahr zum hundertsten Todestag des Komponisten weiter randständig, gehört dazu. Man weiß jetzt von Debussy mehr als vorher, obwohl sich die neuen Eindrücke wahrscheinlich oft in Mischungen zwischen Angerührtsein und Befremden bewegen. Auch hier – wie sollte es bei einem Komponisten, der sich selbst als „Mandatar der Wollust“ bezeichnete, auch anders sein? – spielt Erotisches eine Rolle im weichen Ineinandergleiten des drucklos leichthändig verstäubenden Klavierparts mit den Orchesterfarben vor allem der Holzbläser.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung April 05, 2018 20:26 UTC