Der Dichter W. S. Merwin ist zweifacher Pulitzerpreisträger, war lange für den Nobelpreis im Gespräch und zeitlebens ein großer Diener der Sprache. Ein Glückwunsch zum Neunzigsten. Der alte Dichter steht im Garten und fragt sich: würde ich diesen Morgen so sehr lieben wie jetzt, wenn ich wüsste, dass er ewig und einzig wäre, „the whole sky the one heaven“? Eine Seite später sagt er in seinem jüngsten Gedichtband, „Garden Time“ (2016) von der Dunkelheit, sie locke ihn an Orte, die er vielleicht schon einmal betreten hat und die sich seither verändert haben, im Licht von Sonnenauf- und Untergängen, die er nicht sah. Die Großform „Epos“ hat er lange umkreist – seine Übertragung des französischen Rolandsliedes ist kaum behauene, stärkste Felsenprosa: „The Emperor rises in the morning.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung September 30, 2017 09:22 UTC