Mitten an diesem überwältigenden Abend mit György Ligetis „Le Grand Macabre“ in der Philharmonie denkt man auf einmal an die Weltpolitik. Sie stirbt ihren Tod auch in so langen, fulminant ausgirlandierten Sopranhöhen, dass man den eigenen Ohren kaum trauen mag. Wie macht sie das nur, wie so lässig, mit so versteckter Ironie, wie hält sie bei alldem ihren Sopran in so jenseitigen Höhen? Ganz ähnlich Peter Hoare, der den Piet vom Fass singt, faucht und beißt und dennoch nie seinen Stimmsitz verliert. Er behält alles im Blick, die Figuren in Krankenbetten und unter Konferenztischen, die Solobläser auf den Emporen, den Chor auf den Rängen, die Philharmoniker, die den Sängern zu Willen sind, ohne sich dabei aufzugeben.
Source: Der Tagesspiegel February 19, 2017 13:28 UTC