Der Autor ist Professor für Geschichte und Internationale Politik an der Universität Princeton und Senior Fellow am Center for International Governance Innovation. Als Ursprung des Römischen Reiches und der Renaissance hat Italien die kulturellen Entwicklungen in Europa und im westlichen Eurasien seit Langem maßgeblich mitgeprägt. Seit den Parlamentswahlen im vergangenen März hat die politische Szene des Landes die internationalen Beobachter zunächst fasziniert, dann zunehmend entsetzt. Eine aggressive Form der MännlichkeitDieser tiefgreifende gesellschaftliche Wandel Italiens gab vielen Männern das Gefühl, ständig angegriffen zu werden, und führte zu verzweifelten Versuchen, auch in der Politik (siehe Berlusconi), ihren Machismo zu demonstrieren. Um heute eine neue Renaissance herbeizuführen, wäre es notwendig ist, den Kult der Freiheit zu entmystifizieren und die Normen der gemeinsamen Verantwortung in Politik, Wirtschaft und im sozialen Leben zu stärken.
Source: Handelsblatt February 19, 2019 15:00 UTC