Die Einberufung der Kommission darf als Entlastungsoffensive der Partei verstanden werden, die einst als Sammelbecken für Nazis galt. Von Peter Münch , WienMit der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit will die FPÖ ihre Regierungstauglichkeit beweisen und Angriffe wegen latenter Rechtslastigkeit parieren. Die Mitglieder der Historikerkommission sollen nun vom Vorsitzenden Brauneder, der Ende der Neunzigerjahre für die FPÖ den Posten des dritten Parlamentspräsidenten bekleidete, aus einer "Liste mit 30 bis 50 Namen" ausgewählt werden. (Foto: Hans KLaus Techt/AFP)Als Schwachpunkt gilt, dass sich die Kommission nicht mit den Burschenschaften befassen sollAls Schwachpunkt gilt bereits vorab, dass sich die Kommission nur mit der FPÖ und nicht mit den Burschenschaften befassen soll, die der Auslöser der aktuellen Aktivitäten waren. Um diese Unzufriedenen wieder einzufangen, ließ es sich der geschäftsführende Klubobmann der FPÖ, Johann Gudenus, bei der Vorstellung des Plans zur Vergangenheitsaufarbeitung nicht nehmen, eine "hysterische Gesinnungspolitik" anzuprangern, mit der die Freiheitlichen verfolgt würden.
Source: Suddeutsche Zeitung February 13, 2018 20:03 UTC