Die ewige Angst des Proleten - News Summed Up

Die ewige Angst des Proleten


Wenn er sich nach dem dummmachenden Tagelöhner- und später Post-Job am Abend an die Schreibmaschine setzte, mit einem Sixpack oder einer Flasche Wein, schrieb er sich den Rotz, den Jammer und die Demütigungen von der zerfressenen Seele. Wenn er sich schon in das 9-to-5-Korsett zwängen lassen musste, dann wollte er wenigstens auf dem Papier die Sau raus lassen, sich und sein Leben ganz unmittelbar in die Waagschale werfen ohne konventionelles metrisches Reglement und Reimschema. Sechs Jahre später, noch immer ist kein Buch von ihm erschienen, aber diverse Zeitschriften haben Gedichte von ihm abgedruckt, ist er sich seiner Sache sicher. Die ewige Angst des Proleten, nicht über die Runden zu kommen, verliert er nie vollständig. Hätte ich immer über die Höhen geschrieben und die Tiefen nie erwähnt, wäre ich als Künstler ein Lügner.


Source: Junge Welt August 17, 2017 16:06 UTC



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