In der Debatte über ausufernde Managergehälter baut die Union weiterhin auf eine Selbstbeschränkung der Wirtschaft, aber der Widerstand gegen ein Handeln des Gesetzgebers bröckelt. Nachdem SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz das Thema auf die politische Agenda gesetzt hat, schließt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein Eingreifen nicht länger aus. So geht es nicht zuletzt um die Frage, ob die Abzugsmöglichkeit für sehr hohe Bezüge begrenzt wird, wenn die Gehälter nicht gesetzlich gedeckelt werden sollen. Gehälter und Boni seien wie andere Betriebsausgaben steuerlich zu berücksichtigen, heißt es auf Nachfrage im Bundesfinanzministerium. In der Tat läge materiell eine Doppelbesteuerung bezogen auf das Steuerobjekt „Gehälter“ vor, da auf Ebene des Unternehmens der höhere Gewinn besteuert würde und auf persönlicher Ebene des Gehaltsbeziehers die volle Einkommensteuer zu zahlen wäre.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 10, 2017 17:03 UTC