Jeder hat das schon mal erlebt: Er (oder sie) steht vor einer öffentlichen Toilette, die Natur verlangt dringend nach ihrem Recht, aber der Lokus ist besetzt. Man tritt von einem Bein aufs andere, kneift die Lippen zusammen, als würde das helfen, fürchtet schon, dass... da endlich die Rettung, die Erlösung, ein tiefes Seufzen entringt sich der Brust, als – nun, das muss man nicht weiter beschreiben, sollte sich jetzt lieber vor Augen halten: In umgekehrter Richtung ist die Not kaum geringer. Man hat erledigt, was zu erledigen war, will den Aufenthalt im stillen Örtchen beenden – und kommt nicht raus. Das Schloss klemmt, da hilft kein Rütteln und kein Klagen, das um so dringlicher ausfallen wird, wenn einen das Missgeschick in einem ICE oder EC bei voller Fahrt ereilt, in diesem Fall auf dem Weg von Berlin nach Dresden-Neustadt, und der Zielbahnhof, wo der Reisende gerne aussteigen würde, naht in Windeseile. Bitte schön: Der Tagesspiegel war es nicht!
Source: Der Tagesspiegel April 22, 2018 16:07 UTC