Im Streit um den nächsten EU-Kommissionschef stellt sich Merkel hinter Timmermans und Weber. Merkel wiederum wollte Weber nicht einfach aufgeben und hielt auch fest am Spitzenkandidaten-Verfahren. Was das bedeutet, sagte die Kanzlerin nur, indem sie ein etwas kompliziertes Lob aussprach. Weil wiederum Weber mit Macron nicht zu machen ist, blieb für die Staats- und Regierungschefs in Japan nur ein Name übrig: Timmermans. Dass in Osaka gerade Merkel als Verfechterin, womöglich sogar als Retterin des Spitzenkandidaten-Prinzips auftrat, ist dabei nicht ganz ohne Ironie.
Source: Suddeutsche Zeitung June 30, 2019 16:34 UTC