Wie die EZB reagiert, hängt auch von ihren neuen Inflationsprognosen ab, die Draghi am Donnerstag vorstellt. Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik will die EZB die Inflation im Euro-Raum anfachen, um Preisstabilität zu erreichen. Bei zu geringen Preissteigerungen sieht die EZB die Gefahr einer sich selbst verstärkenden Deflation, also einer Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und wirtschaftlichem Niedergang. In der Euro-Zone sind die Banken für die Übertragung der Geldpolitik auf die Realwirtschaft besonders wichtig, weil sich private Haushalte und Firmen hauptsächlich über Bankkredite finanzieren. „Weitere Zinssenkungen könnten die Übertragung der Geldpolitik der EZB über den Bankensektor auf die Realwirtschaft beeinträchtigen“, warnt Andrew Bosomworth, Deutschlandchef des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco.
Source: Handelsblatt September 08, 2016 04:21 UTC