Um Cindy Shermans Arbeiten aus den letzten 44 Jahren gruppieren sich 21 Künstler in Rollenspielen, Gendertrouble und verstörenden Inszenierungen. Sherman machte den Alltag zur KunstDabei fing die heute 66-Jährige als Studentin der Malerei ganz harmlos an. Der Betrachter schwankt zwischen Ungläubigkeit, dass hinter allen Sherman steckt, so perfekt ist die Inszenierung, und Amüsiertheit. Er vollzieht damit wie Cindy Sherman die gleiche Entwicklung vom Dokumentarischen hin zum Opulenten, ja Burlesken. Der Angriff schmerzt beim Betrachter wie beim Künstler, denn trotz angenommener Identität leidet unter der Maske das Ich.
Source: Der Tagesspiegel May 26, 2020 06:45 UTC