Gestern haben wir geskypt, und ich habe ihr Zimmer gesehen, in dem sie mit zehn anderen Mädchen aus aller Welt in Doppelbetten schläft. Über all die Jahre haben mein Mann und ich mehrere stapeldicke Bewerbungsunterlagen ausgefüllt, angeforderte Info-Broschüren aus dem Postkasten gezogen und uns Lillys akribische Ermittlungen erläutern lassen. Wobei ich mir natürlich total sicher war, dass Lilly niemals ihren Elite-Internats-Wunsch oder die Sache mit dem Highschool-Cheerleading umsetzen würde. Gerade hatte ich doch noch auf dem Schoß meiner Mutter Schutz gesucht – jetzt stieß ich sie von mir weg, als würde ich sie nicht mehr lieben! Ich dachte wirklich, ich könnte meiner Tochter und mir diesen Wahnsinn ersparen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 19, 2017 12:56 UTC