„Du sollst“ – nein, in solch biblischem Ton kommen die neuen, ökumenisch erarbeiteten Gebote für das Verhalten im Internet nicht daher. Statt auf Gottgefälligkeit zielen die Maßgaben auf ein zivilisiertes Miteinander in digitalen Sphären – auf Umgangsformen, wenn man in sozialen Netzwerken unterwegs ist. Elf Gebote gegen Hatespeech und Online-Entgleisungen aller Art haben die Katholische Akademie in Berlin und das Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschlands in ihrem Projekt #anstanddigital erarbeitet. Gebote sind diese Handreichungen nicht, sondern ein Benimmkatalog mit Offensichtlichem und netter Netikette für Menschen guten Willens. Trotzdem sollte man diesen Elfer-Rat nicht als Fastnachtsidee mit Schnapszahl abtun, mit der kirchliche Institutionen ihre gesellschaftliche Relevanz unterstreichen wollen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 11, 2021 07:30 UTC