Er verkörpert die Urform des Homo detectivus im Kino, und sein sonniger Klassiker "Tod auf dem Nil" (1978) kommt am 4. Doch dass sie auch ganz diesseitig, gar mondän und pure Eleganz sein kann, zeigen der glänzende französische Violaspieler Adrien La Marca, Jahrgang 1989, mit seiner Klavierpartnerin Danae Dörken auf ihrem gemeinsamen Album "Chanson Bohème" (La dolce Volta). Dass dergleichen nie in die glibberigen und sumpfigen Gefilde ordinärer und damit falscher Sentimentalität abrutscht, dafür sorgen die beiden Musiker. La Marca verfügt über einen wunderbar gebündelten, dabei nie forcierten oder angestrengten Ton, vermag auch im leisesten Pianissimo zu artikulieren und jedes Nuscheln und Säuseln zu vermeiden. Oder ein Minimalmusic-Stück wie "Mishima" von Philip Glass oder Astor Piazzollas "Oblivión" wirken so präzis ausformuliert wie gelassen und weltläufig.
Source: Suddeutsche Zeitung December 30, 2021 23:57 UTC