Dass sie sich dabei vor allem der Performance, der Fotografie und der Videos, viel weniger der Malerei, bedienten, unterstreicht diesen Aufbruch. Wer jetzt die Ausstellung „Feministische Avantgarde der 1970er Jahre“ im ZKM in Karlsruhe anschaut, kann nicht so tun, als ginge es dort um gut abgehangene Historie. Denn die aktuelle Debatte, die von der MeToo-Initiative entfacht wurde, rückt die Produktionen dieser Künstlerinnen wieder in einen scharfen Fokus. In der künstlerischen feministischen Avantgarde formierte sich, im Zuge der zweiten Frauenbewegung – nachdem die erste Frauenbewegung im neunzehnten Jahrhundert die Grundrechte erkämpft hatte –, das Aufbegehren der im Krieg und Nachkrieg geborenen jungen Frauen, zumal in Europa. Sie waren Töchter von Müttern, deren Männer im Zweiten Weltkrieg waren, deren Chancen im Sich-Fügen in die Verhältnisse gelegen hatten.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 14, 2018 06:22 UTC