Aus den mittelalterlichen Stadtmauern in die Notaufnahme, dem pandemischen Ort der Gegenwart, führt Catherine Corsinis Krankenhaus-Komödie „La Fracture“. Den gesellschaftlichen Riss, den die Französin in ihrem Wettbewerbsfilm beschreibt, markiert allerdings kein Virus, „La Fracture“ spielt während der Gelbwesten-Proteste 2018. Mehr zum Thema Eröffnung Cannes Filmfestival Die Welt kehrt an die Croisette zurückIhr Film ist dabei mehr als der Versuch, gesellschaftliche Fragen abzubilden. Die Kamera befindet sich ständig in Bewegung – genau wie ihre Dialoge, auch dank der wunderbaren Nervensäge Valeria Bruni Tedeschi. Krankenhäuser sind der soziale Brennpunkt der Gegenwart, „La Fracture“ öffnet den Blick zurück auf eine Zeit vor der Pandemie.
Source: Der Tagesspiegel July 10, 2021 13:41 UTC