Die Tötung des österreichischen Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh ist der dritte politische Mord im Zusammenhang dieses Krieges. Wissen wir doch nicht einmal die Gründe, die den Mörder veranlaßt haben, seine Pistole auf den Minister zu richten. Er hat eine Reihe von Jahren in der Schweiz gelebt, ist dann nach Oesterreich zurückgekehrt und hat zuletzt die Stellung eines Parteisekretärs bekleidet. Als solcher hat er die sozialdemokratische Partei, die deutsche, besonders aber die österreichische, scharf angegriffen in einer ähnlichen Weise, wie es die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft in Deutschland tut. Daß die Partei mit dem Verbrechen nicht das Geringste zu tu hat, daß sie es vielmehr auf das schärfste verurteilt, ist also als selbstverständlich zu betrachten.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 21, 2016 21:56 UTC