Dieser „wilde“ Ausstand ist charakteristisch für das soziale Klima bei der SNCF, der französischen Staatsbahn. Bereits vor zehn Tagen kam es zu massiven Streiks im ganzen Land, die aber – anders als nun – gewerkschaftlich geführt wurden. Die SNCF- und RATP-Kassen für die Altersruhe sind hoch defizitär, fast die Hälfte des Aufwandes muss der Steuerzahler zuschießen. Nach den ersten Streiks hatte Premier Edouard Philippe gemeinsam mit Noch-SNCF-Chef Guillaume Pepy die Streiks als illegal bezeichnet. Die Regierung hat die große Sorge, dass ein harter Arbeitskampf bei der SNCF zum Vorläufer einer breiteren Bewegung gegen die Rentenreform werden könnte.
Source: Handelsblatt October 29, 2019 09:22 UTC