So deutlich die islamistischen Attentate der letzten Wochen ein gemeinsames Ziel verfolgen, so sehr unterscheiden sie sich im Detail. Für diese Art von Netzwerk, die der französische Präsident Emmanuel Macron nun zum Hauptziel des Gegenangriffs deklariert hat, zirkuliert seit Frühjahr der Begriff der »écosystèmes islamistes«, also der »islamistischen Ökosysteme«. Das Interesse galt dabei den alltäglichen Strukturen, die - so die These - jenseits spektakulärer Attentate die eigentliche Machtbasis des französischen Islamismus darstellen und für die Rougier selbst den Begriff »écosystèmes« geprägt hat. In der Diskussion um die »islamistischen Ökosysteme« zeigt sich damit erneut eine altbekannte Bruchlinie, die eng mit den politischen Lagern korreliert. Die eine Seite hält den Begriff für ein politisches Schlagwort, der Heterogenität und Komplexität eher verdeckt als entwirrt.
Source: Neues Deutschland November 06, 2020 20:26 UTC