Es lohnt, sich an Franz Böhm zu erinnern: Wie der Leiter der Regierungsdelegation, die die Wiedergutmachungsverhandlungen mit Israel führte, auf den Antisemitismus der Deutschen blickte. Bild: Lutz KleinhansUnter der Überschrift „Der Antisemitismus und die Deutschen“ erschien im September 1950 in der von Dolf Sternberger herausgegebenen Zeitschrift „Die Gegenwart“ ein Essay des Frankfurter Rechtsprofessors Franz Böhm. „Wie unvorsichtig von dem Mann, sich so zu zeigen“, beschreibt Franz Böhm seine Reaktion beim Anblick eines galizischen Juden in Kaftan und mit Schläfenlocken an der Frankfurter Konstablerwache. Liest man Böhms Essay, so wird man feststellen: Der Antisemitismus war nie weg, noch nicht einmal in den Jahren unmittelbar nach dem Ende der Nazi-Herrschaft. „Umwandlung von Schuld in Schulden“Wer war Franz Böhm?
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung January 27, 2020 10:18 UTC