Der Fall Gurlitt hat sie vor über drei Jahren alle aufgescheucht: die Kunstwelt, die professionellen Rechercheure, die Politik, die Öffentlichkeit. Nicht irgendeines, sondern eine Ikone der deutschen Moderne: Franz Marcs „Turm der blauen Pferde“ von 1913. Nachgehakt hatte seitdem niemand mehr, bis auf Roland März, Kustos der Nationalgalerie, der das Gemälde bis zu seiner Beschlagnahmung durch die Nazis gehörte. Der Turm der blauen Pferde“ wird der Komplex Raubkunst, Verdrängung, Verlust erstmals aus der historischen Betrachtung in größerem Umfang in eine aktuelle, künstlerische Auseinandersetzung überführt. Der Generaldirektor der Staatlichen Museen, der Leiter der Neuen Nationalgalerie, die Restauratorin, die Depotmitarbeiter machen alle mit.
Source: Der Tagesspiegel March 03, 2017 07:52 UTC