Niemand kann wissen, ob sich Kosovo am Dienstag für die Fußball -Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert; gelänge es, so wäre ihm ein Superlativ gewiss. Der ganze Kontext des WM-Playoff-Finales – Kosovo spielt in Pristina gegen die Türkei um einen Platz in der WM-Vorrundengruppe der Vereinigten Staaten – lädt dazu ein, in die jüngere Vergangenheit Kosovos einzutauchen. Die USA waren nach den Balkankriegen und der Zerschlagung Jugoslawiens der wichtigste Geburtshelfer Kosovos; die Dankbarkeit der Kosovaren dafür trägt mannigfaltige Züge. Die Türkei wiederum war unter den ersten Ländern, die Kosovo im Februar 2008 als unabhängigen Staat anerkannten, konsequenterweise war die türkische Nationalmannschaft auch unter den ersten Teams, die sich für ein Freundschaftsspiel nach Kosovo begaben. Und das macht es den Nächsten vielleicht leichter zu sagen: ‚Ich gehe zum Kosovo, wir sind gut, ich spiele für mein Land.‘“Solche Gedankengänge dürften sich potenzieren, wenn sich Kosovo tatsächlich für die WM 2026 qualifizieren sollte.
Source: Suddeutsche Zeitung March 30, 2026 18:31 UTC