Wenn Merkel Spahn nicht berücksichtigt hätte, wäre es mit der guten Stimmung in der Partei, die die Nominierung Annegret Kramp-Karrenbauers zur Generalsekretärin ausgelöst hat, gleich wieder vorbei gewesen. Sigmar Gabriel, damals noch SPD-Chef, ätzte sofort, entweder habe sich die CDU die falsche Vorsitzende gewählt, oder Frau Merkel die falsche Partei. Die Nachricht von dem Dissens zwischen der Vorsitzenden und ihrer Partei verhagelte der CDU die gesamte Berichterstattung über den Parteitag. Bei der noch anstehenden Auswahl der Staatssekretäre werde man aber sehen können, dass sich "das auch wieder in Richtung der männlichen Welt öffnet". Es sei "sehr gefährlich", dass sich wegen "der beinahe euphorischen Darstellung" in der öffentlichen Debatte große Teile der Bürger mit ihren Sorgen nicht mehr wiederfänden.
Source: Suddeutsche Zeitung February 25, 2018 17:53 UTC