Läuft das amerikanische Serienwunder, das seit fast zwanzig Jahren – seit den „Sopranos“ könnte man sagen – die Fernsehlandschaft vor sich hertreibt, jetzt in die „Tatort“-Falle? Seine Familie tritt hinzu, der kleine Sohn macht gute Miene zum bösen Spiel, die Teenager-Tochter kann es kaum fassen, die Frau schaut ungläubig – und die Kameraeinstellung wird immer totaler, bis man die Byrdes vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Doch so schön das Legalisierungs-Motiv auch ist – als Zuschauer hat man für die nächste Zeit erst einmal genug davon. Wenn die Welt aus den Fugen geraten ist und die Willkür regiert, kommt der am weitesten, der am besten improvisieren kann – und das meiste Glück hat. Neue Ideen und Dramaturgien sind jetzt gefragt, und man wird sehen, ob die vielen schnell gewachsenen amerikanischen Serien-Schmieden sie hervorbringen können.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung August 12, 2017 08:37 UTC