Der Dienstag wurde noch schlimmer, da machten zwei dürre Sätze die Gemeinschaft der Muslime um fast 80 Millionen Gläubige ärmer. Kurz vor Beginn des Hadsch, der alljährlichen Pilgerfahrt, tragen das sunnitische Saudi-Arabien und das schiitische Iran einen Krieg der Worte aus. Er weiß ja, dass die Saudis und die Iraner um die Vormacht am Golf ringen, in Syrien, Irak und Jemen brutale Stellvertreterkriege ausfechten. Und natürlich weiß er auch, dass die Saudis deshalb Störaktionen von Schiiten bei der Pilgerfahrt fürchten und daher die Hürden für die Teilnahme von Iranern so hoch setzten, dass Teheran bald aufgab. Dass die Theologie der Terrormiliz nur eine Variation des wahhabitischen Staatsglaubens Saudi-Arabiens ist, sprechen Wissenschaftler und moderate Islamgelehrte schon lange aus.
Source: Suddeutsche Zeitung September 08, 2016 16:56 UTC