Dieser besteht in dem Versuch, sozialistische Ziele durch eine Kombination von Unternehmen in Staats- und Kollektiveigentum sowie privatkapitalistischen Unternehmen zu erreichen. Auch Deng Xiaoping und ihm folgende Reformpolitiker vollzogen einen ungeheuerlich erscheinenden Bruch mit der herkömmlichen Interpretation des Marxismus, dass eine sozialistische Entwicklung eine hybride Struktur von sozialistischem und kapitalistischem Eigentum, von staatlicher Planung und kapitalistischer Konkurrenz ausschließe. Unter den 500 vom US-Wirtschaftsmagazin »Forbes« erfassten umsatzstärksten Unternehmen der Welt befinden sich 150 chinesische, darunter 48 in zentralstaatlichem Mehrheitseigentum. Deng Xiaoping wurde dreimal aller Führungspositionen enthoben und schweren Repressalien ausgesetzt, ehe schließlich seine Reformpolitik zur langfristigen Strategie in China wurde. Die Führung der Kommunistischen Partei weiß, dass ihr ohne wirtschaftliche und soziale Erfolge die Kontrolle über die Bevölkerung entgleiten könnte.
Source: Neues Deutschland October 19, 2020 13:07 UTC