Am Dienstag verlagerte sich die Spekulation über Partei-Abtrünnige von der Labour-Opposition auf die konservative Regierungspartei von Premierministerin Theresa May. Chuka Umunna, der Sprecher der am Montag bei Labour ausgetretenen Gruppe von sieben Abgeordneten, lud in Medieninterviews ausdrücklich Politiker anderer Strömungen dazu ein, sich anzuschließen. Der Corbyn-Getreue Ian Lavery wehrte sich empört gegen den Vorwurf der Abtrünnigen, bei Labour handele es sich um eine „institutionell antisemitische“ Partei. Mindestens ein Dutzend überwiegend älterer Parlamentarier gelten als Wackelkandidaten – sogar Labours gewählter Vizechef Tom Watson äußerte sich ambivalent. Offenbar nutzte ein Kabinettsquartett, angeführt von Sozialministerin Amber Rudd, am Montag die Ablenkung der Labour-Spaltung, um bei Premier May vorstellig zu werden.
Source: Der Tagesspiegel February 19, 2019 15:00 UTC