Besser konnte man für den Weltkrebstag nicht werben: Gesundheitsminister Spahn erklärt Krebs für besiegbar – bald schon, möglicherweise pünktlich zu seiner Kanzlerschaft. So wenig wie bei Dorothee Bär oder Julia Klöckner, zwei andere Jungpolitikerinnen, die qua Parteimitgliedschaft quasi im Auftrag des Herrn unterwegs sind. Aber wie sollen wir da trennen im politischen Geschäft: zwischen der ehrlichen Vision einerseits und dem falschen Versprechen andererseits, oder, noch unerträglicher, zum kruden Wissenschaftspopulismus? Die Vernunft sagt uns: Verliert die Vision ihre wissenschaftliche Erdung und dient sie in erster Linie der Selbstvermarktung, bleiben Inhalte und Maßnahmen hingegen unscharf, kann man sich die Gefolgschaft getrost sparen. Nein, aber eine Vision.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 06, 2019 16:52 UTC