Irland ist der EU-Mitgliedstaat, der die Folgen des britischen Austritts am stärksten spüren wird – und der sie durch eine ausdrückliche Hinwendung zu Deutschland zu mildern versucht. Der irische Außenminister Simon Coveney machte das unverhohlen deutlich: Nach dem Brexit werde es in der EU keine wichtigere bilaterale Beziehung für Irland geben als die Verbindung mit Deutschland. Er fügte ein aufschlussreiches Lob hinzu: Die vielfältige, enge Zusammenarbeit Irlands mit Deutschland sei ein Beleg dafür, wie ernst es Deutschland mit seiner Verpflichtung sei, mit allen Mitgliedstaaten der EU möglichst eng zusammenzuarbeiten, „egal, ob groß oder klein“. In dieser Bemerkung mag eine Spitze gegen manche außenpolitische Gewohnheit Großbritanniens stecken, in Bezug auf Deutschland aber drückt sie eine Hoffnung aus. Begründet ist zudem die Sorge vor neuer Gewalt im Falle neuer Grenzeinrichtungen zwischen Irland und Nordirland.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung January 12, 2019 13:41 UTC