Der Ire Leo Varadkar schlendert mit dem Briten Boris Johnson eine Allee im Nordwesten Englands entlang, beide ins Gespräch vertieft. Johnson wusste, dass der Schlüssel zu einem Deal in Dublin liegt – und Varadkar, dass sein Land unter einem Deal weniger leiden würde als unter einem No-Deal-Brexit. Johnson war vom Unterhaus so in die Ecke gedrängt worden, dass ein neuer Deal mit Brüssel zum einzigen Ausweg geworden war. Dass sich Varadkar seit mehr als zwei Jahren im Amt halten kann, hat viel mit dem Brexit zu tun. Gelänge der Austritt Ende Oktober, könnte Varadkar, ähnlich wie Johnson, als Brexit-Macher in die Wahlen gehen, als jemand, der einen vernünftigen Deal mit herbeigeführt und so den Schaden für Irland eingehegt hat.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 19, 2019 07:41 UTC