Zunächst als Teil einer Subkultur, die sich gegen die Vermittlungsformen der Bildungseliten wandte und eine Demokratisierung und Öffnung der Literatur anstrebte. Teil der Wahrheit ist aber, dass die Beliebtheit der Poetenwettbewerbe aus den Vorzügen des Formats überaus verständlich ist. Über Sieg und Niederlage in der sportiven Variante der Lesung entscheidet nicht der geschriebene Text, sondern der fünfminütige Vortrag, die Chemie zwischen Publikum und Künstler, der besondere Augenblick. Wenn sich »Publikum, Text und der Vortragende gegenseitig hochschaukeln«, erklärt Bühnenpoet Noah Klaus, »entsteht ein ekstatisches Hochgefühl«. November im SO36, im Waschhaus Potsdam und im Konzertsaal der UdK, www.bbslam.de
Source: Neues Deutschland November 19, 2017 20:26 UTC