Foto: dpa/Christian CharisiusNach der Inhaftierung des deutschen Schriftstellers Dogan Akhanli in Spanien aufgrund eines Ersuchens von Ankara fordern deutsche Politiker eine Überprüfung der polizeilichen Zusammenarbeit mit der Türkei. Die Statuten der internationalen Polizeiorganisation Interpol verbieten schließlich die Durchsetzung von Haftbefehlen bei politischen Delikten. Bei der Festsetzung von Akhanli wie auch des schwedisch-türkischen Journalisten Hamza Yalcin geht es aber um nichts anderes. Sobald EU-Länder- und Institutionen seinen Definitionen von »Kriminalität« und »Terrorismus« Folge leisten, machen sie sich zu Handlangern eines autoritären Willkürsystems. Menschenrechtsorganisationen weisen schon länger auf Folter und das Verschwindenlassen von Menschen in der Türkei hin, mehrere EU-Bürger sind de facto Geiseln des Landes.
Source: Neues Deutschland August 22, 2017 16:30 UTC