Die Filme treffen den Puls der Zeit, bleiben doch die Krise und ihre schwerwiegenden Folgen gegenwärtig. Es handelt von Liebe, Lügen und Hoffnung im Amsterdam der Jahre 1636/37, also in einer Zeit, in der die erste gut dokumentierte Finanzkrise geschah, die heute gerne als „Mutter aller Blasen“ bezeichnet wird. Jener Blume, die im Jahrhundert zuvor aus dem Osmanischen Reich nach Holland eingeführt worden war und anschließend vom Prestige- zum Spekulationsobjekt wurde. Zeitgenössische Filme, die sich des Crashs am amerikanischen Häusermarkt und der folgenden globalen Finanzkrise angenommen haben, konnten das Wissen und Erleben ihres Publikums weitgehend voraussetzen. Arm und Reich verschuldeten sich beim Handel mit den Zwiebeln, deren Preis immerzu stieg.“ Damit sind schon zu Beginn die wichtigsten Deutungsmuster gesetzt.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung August 22, 2017 13:18 UTC