Die arbeitende Klasse, stellt sie fest, umfasse in Deutschland mehr als 90 Prozent der Erwerbstätigen. Für sie ist »Lohnabhängigkeit das zentrale Kriterium für die Zugehörigkeit zur arbeitenden Klasse«. Während gesellschaftliche Lage und Notwendigkeiten der Kooperation im Arbeitsprozess die arbeitende Klasse verbinde, wirke »Konkurrenz um Arbeitsplätze und Lebenschancen« trennend: Mann/Frau, alt/jung, Stadt/Land, Produktion/Dienstleistung oder Stamm-/Randbelegschaft sowie Qualifikations- bzw. Diese und weitere Unterschiedlichkeiten brächten Spaltungslinien in der arbeitenden Klasse hervor und hinderten sie daran, ihre gemeinsamen Interessen zu erkennen und für sie einzutreten. Auffallend und bedauerlich ist, dass Mayer-Ahuja auf eine Auseinandersetzung etwa mit der Leninschen Klassendefinition oder den Überlegungen von Karl Marx zur Formierung der Arbeiter zur Klasse »für sich selbst« verzichtet.
Source: Junge Welt January 11, 2026 18:31 UTC